Teichmanagement im Winter - Wasserqualität
- Dr. Benjamin Furter
- 8. Apr. 2021
- 1 Min. Lesezeit
Auch im Winter darf man die Wasserqualität nicht vernachlässigen. In den kalten Jahreszeiten laufen die biologischen Reaktionen deutlich langsamer ab, aber auch im kalten Wasser wird Ammoniak abgebaut. Dadurch findet eine Zehrung der Karbonathärte statt, wodurch das Wasser immer weniger gut gegen Säuren gepuffert ist. Niederschlag (in Form von Regen oder Schnee) bringt zusätzliches ungepuffertes Wasser in den Teich, was die Pufferkapazität des Wasser weiter reduziert. Deshalb besteht im Winter ein Risiko für einen Säuresturz, weil die unter anderem vom Biofilter gebildeten Säuren nicht mehr neutralisiert werden können.

Mit ausreichend Wasserwechseln fügen Sie dem Teichwasser Karbonationen zu, so dass dieses wieder besser gepuffert ist. Auch werden natürlich die nicht abbaubaren Stoffe (wie z.B. Nitrat und Phosphat) verdünnt. Viele Parasiten und Keime mögen organisch belastetes Wasser und somit hilft das frische Wasser auch gegen diese Plagegeister. Durch die verbesserte Wasserqualität sind die Fische "fitter" und können so andere Herausforderungen besser meistern!
Herbst: Wenn das Teichwasser etwa gleich warm wie das Leitungswasser ist (diese liegt meistens um 10° C), grosszügig wechseln, damit die Fische mit frischem, sauberem Wasser in den Winter können.
Winter: Regelmässig kleinere Wasserwechsel vornehmen (grössere Schwankungen der Wasserwertevermeiden). Eine Wasserfärbung mit Gelbstich ist ein guter Hinweis, dass mehr Frischwasser verwendet werden sollte.
Frühling: Ist die Teichtemperatur wieder gleich hoch, wie die des Leitungswassers, kann nochmals ein ausführlicher Wasserwechsel durchgeführt werden.
Um stärkere Schwankungen der Wasserwerte zu verhindern ist es besser im Abstand von einigen Tagen mehrere Wasserwechsel von 10 - 20 % durchzuführen, als auf einmal gleich 60 % zu wechseln. Die konstantesten Wasserwerte erreicht man mit einem kontinuierlichen Wasserwechsel.

Das unsichtbare Räderwerk der winterlichen Wasserchemie
Die Pflege eines Gartenteiches im Winter erfordert ein tiefes Verständnis für die physikalischen Anomalien des Wassers. Während die Oberfläche gefriert, schichtet sich das Wasser am Grund bei konstanten vier Grad Celsius, was das Überleben der Fische sichert. Diese thermische Stabilität ist ein Wunder der Natur, das wie ein perfekt getakteter Mechanismus funktioniert. Details zu solchen präzisen Strukturen sind hier zu finden, wenn man die ästhetische Verbindung von Form und technischer Funktion schätzt. Doch unter der Eisdecke geschieht weit mehr als nur Ruhe. Ein oft vernachlässigter Aspekt ist das Redoxpotential, welches die Reinigungsfähigkeit des Wassers misst.
Das Redoxpotential als biologischer Zeitgeber
Im Winter verlangsamt sich der Stoffwechsel der Mikroorganismen, doch er kommt nie völlig zum…